CSU-ÜHL-Stadtratsfraktion besucht „Weberhaus“ in Marlesreuth

Weberhaus Marlesreuth 002

Jörg Franz demonstiert den Handwebstuhl

Marlesreuth
Die CSU/ÜHL-Stadtratsfraktion Schwarzenbach a.Wald hat kürzlich das „Weberhaus“ in Marlesreuth besucht.
Jörg Franz führte durch das Haus, das bis zum Tod von der „Kutschers Trina“, wie sie von den Marlesreuthern liebevoll genannt wurde, bewohnt war. Ihr Mann der „Kutschers Heiner“ hatte zeitlebens bei der Weberei Johann Thomas Munzert als Fuhrmann gearbeitet. Die Firma dankte ihm, indem sie den Eheleuten Wirth, wie ihr bürgerlicher Name ist, ein Wohnrecht auf Lebenszeit für das Weberhaus zugestand. Jörg Franz gab seine Erklärungen sehr anschaulich und kurzweilig. Man hat ihm gerne zugehört und bei manchem älteren Stadtratskollegen wurden Kindheitserinnerungen wach, als Jörg Franz aus der „guten“ aber sehr harten „alten Zeit“ erzählte. Es war damals kein „Honiglecken“ eine Familie zu ernähren. Die Hausweberei, die seit dem Mittelalter im Frankenwald verbreitet war, hatte sich in Marlesreuth zum wichtigsten Erwerbszweig entwickelt. 1880 zählte Marlesreuth 110 Häuser und 800 Einwohner, davon betrieben 125 Weberfamilien 185 Webstühle. Reich durch die Weberei sind die Menschen damals nicht geworden, aber ihr Blick öffnete sich für die Welt, betonte Jörg Franz. Die fast 200 Handwebstühle seien alle verstummt, denn der mechanische Webstuhl verdrängte nach und nach das alte „Wieb“ erklärte der Weberhausführer. Dieses Weberhaus sei eines der ältesten noch vorhandenen Privathäuser von Marlesreuth. Es wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als „Trupfhaus“ erbaut und ist eines von zwei aneinander gebauten eingeschossigen Satteldachhäusern. Nach dem Tod der „Kutschers Trina“ erwarb die Stadt Naila im Jahre1989 das Haus und ließ es komplett renovieren, sodass durch dieses Weberhaus ein Stück Webertradition erhalten blieb. Die Stadt Naila hat des typische Marlesreuther Weberhaus nach fast zweijähriger Sanierungs- und Instandsetzungsarbeit als Außenstelle des Museums Naila eingerichtet. Zur Inneneinrichtung trug wesentlich der zu den letzten Handwebern gehörende Marlesreuther Adolf Franz bei, der Vater unseres kompetenten „Weberhausführers“. Er hat seine Liebe zu diesem Gebäude auch seinem Sohn ans Herz gelegt, von der sich alle Teilnehmer während dieser Führung überzeugen konnten. Fraktionsvorsitzender Matthias Wenzel bedankte sich im Namen aller Stadtratskolleginnen und Kollegen bei Jörg Franz sehr herzlich und überreichte ein kleines Geschenk.
Bernhard Kuhn

Weberhaus Marlesreuth 003

CSU/ÜHL-Stadtratsfraktion vor dem Weberhaus in Marlesreuth. Zweite Reihe links Jörg Franz, vorne 3.v.l. Frationsvorsitzender Matthias Wenzel

 

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