Der Wald braucht Pflege

Förster Holger Knüppel nimmt zahlreiche Bürger mit auf eine Waldbegehung. Er informiert über Durchforstung, Totholz und Nachhaltigkeit. Eingeladen hatte die CSU/ÜHL Schwarzenbach a.Wald.

Die Verantwortung für den Wald liegt auch bei vielen kleinen und mittleren Eigentümern. Diese haben verschiedene Vorstellungen über die Bewirtschaftung des Waldes, sind mit den Bäumen sozusagen mental verbunden. Hundertprozentige Patentlösungen gibt es keine, aber Revierleiter und Förster Holger Knüppel kann wie seine Kollegen vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg beraten und bei der Pflege den Waldbesitzern helfen. Das nutzen über 10.000 private und kommunale Waldbesitzer in den Landkreisen Hof und Wunsiedel.


Holger Knüppel bei seinen Erklärungen

So war es nicht verwunderlich, dass viele Interessierte zur Begehung gekommen sind. Ziel war der Stadtwald mit einigen Stationen. Dort sprach Knüppel über die Durchforstung des Waldes. Diese waldbauliche Pflegemaßnahme sollte eigentlich im Turnus von sieben Jahren erfolgen. Hier werden aus einem Bestand gezielt Bäume entnommen. Strukturen gäbe es nur bei jahrelanger Pflege. Wichtig bei der Durchforstung sei es, einen Mischwald zu erhalten, und diese Anteile müssen gesteuert werden. Dabei gilt es, auf die Nachhaltigkeit zu achten. Zur Walderhaltung sollten nur so viele Bäume entnommen werden, wie nachwachsen. Eine Kahlschlagwirtschaft wie früher gibt es nicht mehr.


Im Stadtwald sind neben fast 80 Prozent Nadelgehölzen, die von Holzwerken gebaucht werden, auch Birke und Fichte zu finden. Ein Faktor für die Fichte, die ständig Feuchtigkeit braucht, sind Niederschläge. Die gibt es in Schwarzenbach a.Wald genug. Die Birke wurde früher bekämpft, dabei ist sie eine wertvolle Baumart. Hat die Birke Moos, ist eine hohe Luftfeuchtigkeit vorhanden. „Um den Rohstoff Holz zu nutzen, müssen Wege zum Abtransportieren da sein, die Gerätschaften müssen durchkommen“ betonte der Förster und beantwortete die Fragen nach Borkenkäfern, die sich an einem kühlen Hang mit viel Luft nicht wohl fühlen, oder nach den pH-Werten des Waldbodens.


In einem Wald ist auch immer Totholz vorhanden. Darunter versteht man stehende und liegende Bäume oder Teile davon, die abgestorben sind. Es ist der letzte Entwicklungsprozess im Leben eines Baumes und bietet einer Vielzahl von Arten und Lebewesen ein Zuhause. Hier nisten Specht, Hohltaube oder Fledermaus, der Schwarzstorch sucht sich Altfichten aus.


Einen Zwischenstopp gab es bei einer riesigen Douglasie, die etwa 90 bis 100 Jahre alt sein könnte. Hier erklärte Knüppel, dass diese Baumart doppelt so schnell wie die Fichte wachse, oft bis zu einem Meter im Jahr. Sie hat eine stärkere Borke als die Fichte.


So hat es jeder Waldbesitzer in der Hand den Bestand zu steuern. Der Staatswald wird nach Plänen bewirtschaftet, Kommunalwälder werden betreut. Knüppel hatte einen detaillierten Plan dabei und erwähnte, dass es für jeden Wald eine Kartierung gibt. Hier werden Boden, Höhenlage, Klima und welche Baumarten wachsen, bestimmt. „Mein Vorgehen wird für 20 Jahre festgelegt, damit sich ein Nachfolger orientieren kann. Finde ich ein Käfernest im Wald, kann ich mit dem Plan im Laptop und GPS den Waldbesitzer gleich ausfindig machen.“

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