Entwicklung nach 1945

Von Dieter Pfefferkorn, Bürgermeister a. D.

 

Heute nutze ich die Stunde, Ihnen etwas von der Marktgemeideratsarbeit und Stadtratsarbeit seit 1945 zu berichten, zumal das damit auch ein historischer Rückblick von jemanden ist, der seit den sechziger Jahren selbst in dieser Fraktion arbeitet.

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Direkt nach dem 2. Weltkrieg, waren wir im damaligen Marktgemeinderat nicht vertreten. In einer Niederschrift der Gemeinde ist zu lesen: „Auf Anordnung der Militärregierung vom 07.05.45 sind nur die benannten Personen neben dem Bürgermeister -damals Friedrich- nur zwei Beigeordnete und 10 Beisitzer.“

Die erste Gemeindewahl nach dem Krieg fand am 27.01.1946 statt. Um die Sitze im Gemeinderat bewarben sich folgende Gruppierungen. Die SPD, die KPD und erstmals erwähnt die „Parteilose christliche Wählergruppe, die auf Anhieb als Einzelgruppe die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erzielte. Die PCW -so die Abkürzung erzielte 4 Sitze und besetzte diese mit folgenden Personen:

Max Spörl, Hans Rank, Johannes Schemmel und Georg Zeitler. Diese Fraktion stellte auch den ersten Antrag in dieser Sitzung -Planung eines Eissportplatzes für die Jugend-, der dann später in einer Sitzung zu behandeln sei.

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Mit der PCW- Parteilose Christliche Wählergruppe- war der Anfang unserer heutigen Fraktionsgemeinschaft gemacht.

Am 25.04.1948 war wiederum Gemeinderatswahl. Um die Sitze bewarben sich: SPD, CSU, Kommunistische Partei, Parteilose Wählergruppe der Flüchtlinge, Evakuierte und Verlagerten, Freie Demokratisch Partei.

Max Spörl, Hans Rank, Fritz Bischoff, Wunner Alfred, Schloth Georg, Krügel Ludwig, Fischer Hans und Karl Greim kamen für die CSU in den Gemeinderat.

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Unter dem 31. Januar 1947 -geheime Gemeinderatssitzung- wird in der Niederschrift erstmals von einem Fraktionsvorsitzenden der CSU Max Spörl gesprochen. Dieser wird in der Sitzung am 2.6.48 zum 2. Bürgermeister gewählt. Damit dringt erstmals die Fraktion PCW in die Bürgermeisterämter ein.

In dieser Zeit fiel die Entscheidung des Kirchturmneubaues. Der alte Turm war durch Granatbeschuss im 2. Weltkrieg derart in Mitleidenschaft gezogen, dass er einzustürzen drohte und deshalb abgebrochen werden muss.

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Die nächste Gemeinderatswahl war am 30.3.52 und brachte folgendes Ergebnis:

Es gab nun eine Gruppe, die sich „Alt- und Neubürger“ nannte, dann die „Heimatvertriebene Überparteiliche Wählergemeinschaft, die SPD, die PCW trat Unter dem Namen nicht mehr auf, unsere Leute finden sich unter dem Sammelbegriff Schwarzenbacher Heimatliste für Alt- und Neubürger.“ Im Gemeinderat waren damals Max Spörl, Louis Krügel, Fritz Findeiß, Johannes Schemmel, Hermann Krondörfer, Alfred Wunner und Fritz Feulner, für die Überparteiliche Wählergemeischaft Georg Schmidt und Johann Baderschneider. Diese Liste war ja mit uns eine Listenverbindung eingegangen.

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In einem Beschluss vom 17.6.52 heißt es dann wieder, dass die „Heimatliste für Alt- und Neubürger Anträge gestellt hat. Hier ging es um Denkmalsanlage und um deren Verschönerung.

Wer sich einmal die Niederschriften ansieht, wird merken, dass dort teilweise sehr erregte Debatten geführt wurden und diese auch protokollarisch mit Namens- und Abstimmungsergebnissen aufgezeichnet wurden.

Weihnachtsbeihilfen wurden beschlossen, Uniformen für die Gemeindepolizei angeschafft, ein Flügel für die Turnhalle gekauft. Es wurde aber auch beschlossen, beidseitig der Ortsdurchfahrt B 173 im Winter die Straßen zu räumen, natürlich nicht alle nur 2 oder 3.

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Die wesentlichste Entscheidung der Marktgemeinderäte war wohl die Erhebung des Marktes Schwarzenbach a. Wald zur Stadt am 1. Mai 1954.

Am 18.03.56 war die erste Stadtratswahl. Bürgermeister wurde Hs. Richter. Folgende Gruppierungen stellten Kandidaten für die Wahl auf: Die SPD, Überparteiliche Wählergemeinschaft und Fraktion der Schwarzenbacher Heimatliste für Alt- und Neubürger sowie die Gruppe der „Parteilosen Wählergruppe für Heimatvertriebene, Evakuierte und Kriegsgeschädigte, Überparteiliche Wählergemeinschaft, welche eine Listenverbindung mit der CSU-Schwarzenbacher Heimatliste einging.

Die Parteilose Wählergruppe der Heimatvertriebenen, Evakuierten und Kriegsgeschädigten ging eine Listenverbindung mit der SPD ein.

Bei der Wahl wurde die höchste je dagewesene Wahlbeteiligung mit 91,6% erreicht.

In den Stadtrat wurde gewählt Max Spörl, Gehard Heerdegen, Hermann Korndörfer, Reinhold Aechtner und Fritz Schramm für die CSU / Schwarzenbacher Heimatliste und für den Listenpartner Überparteiliche Wählergemeinschaft Georg Schmidt und Ludwig Kemnitzer.

Ab diesem Tag begann eine neue Amtsperiode, die von nun an immer 6 Jahre dauern sollte.

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Am 13.03.1966 war wieder Bürgermeister- und Stadtratswahl. Der Wahlvorschlag des CSU und Schwarzenbacher Heimatliste Hans Vogtmann fand in der Bevölkerung die Mehrheit. Hans Vogtmann erreichte 1395 Stimmen, sein Gegenkandidat Martin Saalfrank, der vorher 6 Jahre Bürgermeister war nur 587 Stimmen. Die CSU und Schwarzenbacher Heimatliste stellte folgende Stadträte: Willi Größner, Gerhard Fehn, Gerhard Herdegen, Reinhold Aechtner, Georg Haueisen, Fritz Ströhla, Max Horn und Eberhardt Schramm, also 8 Mitglieder. 2. Bürgermeister wurde Georg Haueisen. Dieter Pfefferkorn rückte für Eberhardt Schramm im Oktober 1967 nach. Am 24.9.70 stirbt 2. Bürgermeister Georg Haueisen, Gerhard Fehn wird am 06.11.70 zum 2. Bürgermeister gewählt.

In dieser Periode war der Schulhausneubau sowie die Eingemeindungen von Löhmar am 1.4.1971 sowie die Schleppliftanlage in der Bergwiese wesentliche Aufgabe des Stadtrates.

Am 11.6.72 war wiederum Stadtratswahl. Gerhard Fehn gewann gegen Heinrich Kießling. Er kandidierte für die CSU / ÜHL gegen die SPD.

Für die CSU / ÜHL kamen in den Stadtrat: Hans Vogtmann, Willi Größner, Max Horn, Fritz Ströhla, Helmut Wölfel, Dieter Pfefferkorn, Horst Jahn, Ludwig Schübel und Reinhold Aechtner. Erstmals hatte die CSU /ÜHL die Mehrheit im Stadtrat mit 9 zu 7 Sitzen. Zu diesem Zeitpunkt war ich Sprecher unserer Fraktion. Hans Vogtmann wurde zum zweiten Bürgermeister gewählt. Die ehemals eigenständige Gemeinde Meierhof erklärte ihr Einverständnis zur Eingemeindung nach Schwarzenbach a. Wald. Damit waren die Würfel gefallen gegen eine sogenannte Oberlandgemeinde, welche durch Straßdorf favorisiert wurde. Nun war es nur Frage der Zeit, die restlichen Gemeinden mit zu übernehmen, spätestens 1978. Wichtige Aufgaben wurden erledigt. Neubau der Turn- und Schwimmhalle, Trinkwasserversorgung Löhmar, Ausbau Gemeindeverbindungsstraße Meierhof, Verkauf Schulhaus Meierhof an Fa. Sommermann, Ernennung zum Kleinzentrum, Betriebsumsiedlung Deuta zum heutigen Standort, Kauf des TS 8 für Schwarzenbach.

Am 5.3.1978 war Neuwahl. Gerh. Fehn trat gegen Fritz Günther an und gewann. Durch die Gebietsreform hatten wir nun 20 Stadträte zu wählen. Die CSU/ÜHL gewann 12 Sitze mit Max Horn, Hans Vogtmann, Dieter Pfefferkorn, Größner Willi, Unger Rudolf, Dr. Dieter Gemeinhardt, Dieter Dornheim, Hch. Ströhla, Ludwig Schübel, Fritz Ströhla, Bodenschatz Fritz und Heinz Feulner. Die Wahlbeteiligung lag bei 89,3%. Zweiter Bürgermeister wurde Dieter Pfefferkorn. Die Stadt war durch die Gebietsreform größer geworden, die Aufgaben mannigfacher. Es ging um Kindergartenplätze, neue Tanklöschfahrzeuge, Feuerwehrgerätehäuschen u.ä..

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Am 18. März 1984 stand die Neuwahl an Gerhard Fehn hatte keinen Gegenkandidaten und wurde 1. Bürgermeister. Zur Wahl stellten sich die CSU/ÜHL und SPD/FW. Für die CSU/ÜHL kam in den Stadtrat: Pfefferkorn, DR. Gemeinhardt, Horn, Dornheim, Gesierich, Feulner, Ströhla, Saalfrank, Unger, Bodenschatz und H. Thieroff, insgesamt 11 Mitglieder. Erstmals wurde ein dritter Bürgermeister gewählt. Zweiter wurde Dieter Pfefferkorn, den 3. stellte mit Hans Hüttner die SPD/FL. Nachdem verschiedene Mitglieder des damaligen Stadtrates auch heute dort noch vertreten sind, will ich auf eine Aufzählung von besonderen Ereignissen verzichten.

Am 18.3.1990 wahr wieder Wahl. 1. Bürgermeister wurde Dieter Pfefferkorn, sein Herausforderer war Fritz Günther. Wieder hatte sich die CSU/ÜHL und die SPD/FW Listen zur Wahl gestellt. Die CSU erreichte 11 Plätze mit Dr. Gemeinhardt, Fehn Gerhard, Gesierich Hans, Dornheim Dieter, Feulner Heinz, Wenzel Matthias, Thieroff Helga, Freunek Alois, Ströhla Hch. Jun., Saalfrank Hans und Georg Schlee. Wir stellten den 3. Bürgermeister. Der Kindergarten wurde eingeweiht, eine weitere Gruppe in der Schule geschaffen, Netz für Kinder gegründet, Kläranlagen und Kanalleitungen gebaut, die Straße nach Löhmar neu gebaut, Grundausstattung der Computeranlage in der Schule, und vieles andere mehr.

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Am 10.3.96 war wieder Wahl. Erster Bürgermeister wurde ohne Gegenkandidaten Dieter Pfefferkorn, Wahlvorschläge brachten die CSU/ÜHL, die SPD/FW und erstmals die „unabhängige Wählergemeinschaft UWG“ die aber, das sei vorausgesagt, sich grundsätzlich bei allen Beschlüssen der SPD anschloß. Die CSU/ÜHL verlor 1 Stadtratsitz und hatte somit nur 10 Sitze und mit der Stimme des Bürgermeisters eine Mehrheit. Reinhard Kirchner wurde für die ÜWG gewählt, er war vorher Mitglied der CSU und trat vor der Wahl aus. In den Stadtrat kamen Dr. Gemeinhardt, Wenzel, Gesierich, Dornheim, Freunek, Ströhla, Gebelein, Thieroff, Witzgall und Z. Opavsky.

Im Nachhinein festzustellen, wäre es eine Überlegung wert gewesen, bei den Wahlen, wo der Bürgermeister – Amtsinhaber keinen Gegenkandidaten hatte, auf seinen Listenplatz zu verzichten und damit vielleicht einen weiteren Kandidaten zur Wahl zu stellen. Bei Fehn und Pfefferkorn zeigte sich diese Entwicklung jeweils mit dem Verlust eines Mandates. 2. Bürgermeister wurde Fritz Günther, da aus unserer Fraktion 1 Mitglied diesen unterstützt hatte.

Zur Wahl im März 2002 sei im kurzem nur festzustellen, daß mit Dieter Frank wir einen neuen Bürgermeister stellen, dazu 11 Stadträte. Zweiter Bürgermeister wurde Matthias Wenzel und dritter Bürgermeister Dr. Dieter Gemeinhardt.

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Noch nachzutragen sei, daß Frau Krügel in den 60er Jahren die erste Frau überhaupt und dazu noch von unserer Fraktion war.

Zusammenfassend sei gesagt, daß der Zusammenschluß der CSU/ÜHL eine weitsichtige und richtige Entscheidung war und noch ist. Aus der Einzelverbindung erfolgte weiter im Jahre 1978 noch die Zusammenführung der beiden CSU-Ortsverbände Döbra und Schwarzenbach am Wald für die gemeinsame Fraktion mit ÜHL.

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Die ÜHL stellte mit den Hans Vogtmann und Gerhard Fehn seit den 60er Jahren 2 Bürgermeister, die CSU mit Dieter Pfefferkorn und jetzt Dieter Frank auch 2 Bürgermeister. Fraktionszwang ist ausgeschlossen worden, die Zusammenarbeit mit allen Kräften in der Fraktion erfolgreich. Wir sollten auch in Zukunft daran festhalten.